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Gerlinde Siegel geht nach fast 40 Jahren im Mauersberger-Museum in den Ruhestand

Mauersberg – Eigentlich sollte Gerlinde Siegel das Mauersberger-Museum nur für anderthalb Jahre übernehmen. Dass es nun doch fast 40 Jahre geworden sind, liegt an den regelmäßigen Bitten von mehreren Seiten und an ihrer wachsenden Liebe zu ihrer Arbeit. Ihr Vater Ronald Mittag sowie der Schnitz- und Klöppelverein haben das Museum mit Hilfe der Gemeinde in den 1970er Jahren ins Leben gerufen. Gerlinde Siegel war 1978 mit dem Studium der Finanzökonomie fertig, mit ihrem Sohn Mirko gerade in der Babypause und ihr Mann Matthias anderthalb Jahre bei der NVA. Allein mit dem Wehrsold nicht gerade finanziell üppig ausgestattet, nahm die Mauersbergerin das Angebot des damaligen Bürgermeisters Werner Haustein gerne an. Schließlich kam so auch ein wenig Geld in die Familienkasse. Zudem würde sie ihrem Vater einen Riesengefallen tun. Ihre Mutter Waltraud Mittag half bei der Betreuung ihres Sohnes. Die Familie steht zusammen. Sie hob die vielseitigen Jobangebote im Hinterkopf als Trumpfkarten auf, um sie anderthalb Jahre auszuspielen. Mangels Nachfolger wurde sie immer wieder gebeten weiterzumachen. Daraus sind nun 40 Jahre geworden - 40 Jahre, in denen sie sehr viel erlebt hat. Immer hatte sie hier mit Menschen zu tun. Der eine oder andere hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen. „Spontan fällt mir da ein Mädchen ein, das mich zu Ostern fragte, wann ich denn endlich den Weihnachtsschmuck wegräumen würde“, sagte sie. Dieser ist Teil der Ausstellung, da Rudolf Mauersberger über eine große Sammlung erzgebirgischen Kunsthandwerks verfügte. Diese ist zu großen Teilen im Haus zu sehen. Regelmäßig hatte sie ehemalige Angehörige des Kreuz- oder Thomanerchors zu Gast.  Schließlich leiteten Rudolf und Erhard Mauersberger zeitweise die beiden Chöre und prägten sie auf ihre Weise. Insgesamt 77 Sonderausstellungen sind während Gerlinde Siegels Zeit in Mauersberg zu sehen gewesen. Jede hatte auf ihre Weise ihren Reiz. Ganz besonders unvergessen wird ihr „Im Dienste der Musica Sacra“ aus dem Jahre 2013 bleiben. Damals feierte der Ort 40 Jahre Museum und 60 Jahre Kreuzkapelle. Eine Sonderausstellung zeigte, was von der Arbeit der beiden Brüder und Musiker geblieben ist. Auch „Damals war’s“ aus dem Jahre 2016 wird ihr immer in Erinnerung bleiben. „Wir hatten anlässlich der 725-Jahrfeier in Mauersberg eine herrliche Festwoche und haben unter anderem in historischer Kleidung unsere Gäste bedient“, so die scheidende Museums-Chefin. Lieblings-Exponate hat die 63-Jährige auch. Ihr Favorit ist dabei eine Schneeberger Arbeit, die zwei Bergleute zeigt. Ihnen sind die Mühen ihres Schaffens buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Außerdem wird sie ab und zu vorbeikommen, um sich Rudolf Mauersbergers Dorfmodell anzuschauen. Das findet nicht nur sie, sondern auch viele Gäste bemerkenswert und wunderschön. Es nimmt die Betrachter mit auf eine Reise in die Zeit um 1926 mit. Negative Erlebnisse waren hier die Ausnahme. „So mancher denkt, wir schließen hier nur die Tür auf und zu. Wie viel Arbeit hier wirklich drin steckt, sieht nicht jeder. Das ist manchmal verletzend. Zum Glück kam so etwas nur selten vor“, so Gerlinde Siegel. Angst vor dem Ruhestand hat sie nicht, wenngleich ihr das Museum fehlen wird. Sie möchte sich Zeit für die Familie nehmen, für ihr Haus und für ihre Ehrenämter in der Kirchgemeinde. Außerdem hat sie eine Möglichkeit gefunden, ganz aktiv etwas für Geist und Seele zu tun. Was das genau sein wird, bleibt aber ihr ganz privates Geheimnis. Im Museum geht es natürlich weiter. Gerlinde Siegels Mitarbeiterin Sylvia Rodriguez-Brito wird hier das Regiment übernehmen. Unterstützung wird sie dabei unter anderem von Heidi Kärmer aus Großrückerswalde erhalten.

 

 

 

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